AHREFs SEO Suite

Auch wenn das Jahr 2011 aus SEO-Sicht viele packende und interessante Ereignisse zu bieten hat, so ist sich die Szene sicherlich einig: Eines der Ereignisse, das von den meisten SEOs wahrgenommen wurde, war wohl die Abschaltung des kostenlos nutzbaren Yahoo Site Explorers.

Viele kostenlosen Backlink Tools nutzten diese Daten, um die Backlinks aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen. Die meisten dieser Dienste sind jedoch mittlerweile vom Markt verschwunden. Es gibt zwar noch einige kostenlose Anbieter – diese können jedoch meines Erachtens nach den Yahoo Site Explorer nicht ersetzen.

Die meisten kommerziellen SEO-Tools Anbieter haben auf den Wegfall mittlerweile reagiert und crawlen nun selbst. Ich behaupte mal, Server Hoster hatten ein gutes Geschäftsjahr. Die meisten Backlink Checker sind daher auch kostenpflichtig.
Hier eine Übersicht teils freier, teils kostenpflichtiger Anbieter für Backlink-Checks:

  • Opensiteexplorer
  • Bing Webmaster Tools
  • Google Webmaster Tools
  • Seolytics
  • Blekko
  • Alexa
  • Xovi
  • Openseodata
  • Openlinkgraph
  • Seokicks
  • Majestic SEO
  • QBL – Quick Back Links
  • Ahrefs
  • Exalead

Jedes dieser Tools hat sehr nützliche Funktionen um eine Seite gezielt zu analysieren. Allerdings kommt man selten nur mit einem Tool aus. Aus diesem Grund nutzen wir intern auch eine Kombination aus einigen, der oben genannten Anbietern. Es gibt online bereits sehr viele gute Tests und Beschreibungen der kostenpflichtigen Anbieter. Daher möchte ich mit Ahrefs.com eine noch etwas „unbekanntere“ Backlink Datenbank durchleuchten.

Index Größe

Ahrefs.com crawlt mit einem eigenen Bot mit Namen „AhrefsBot“ das Internet ab. Dieser befolgt die Robots.txt und ist mir bisher nicht negativ aufgefallen. Insgesamt liegt die Rechenleistung von Ahrefs bei ca. 4T FLOPS. Laut eigenen Angaben werden täglich ca. 1 Milliarde Webseiten (nicht Domains) gecrawled. Daraus ergibt sich aktuell ein Index von 1.000 Milliarden Seiten. Damit spielt Ahrefs auf jeden Fall in der 1. Liga mit. MajesticSEO crawlt im Vergleich „nur“ 663 Millionen Urls am Tag. Viel interessanter ist allerdings wie intelligent der Crawler arbeitet. Alle Werte zu vergleichen würde diesen Beitrag sprengen. Aus diesem Grund folgend nun eine Domain mit entsprechenden Eckdaten.

Vergleich Spiegel.de Majestic SEO fresh Index Ahrefs.com
Backlinks 17,417,018 3’055’883
IP-Pop 89,082 45’764
Domainpop 180,068 88’174
Nofollow Links 1,753,060 351’472

Stand: 10.1.2012

Anhand dieser Daten sieht man, dass Ahrefs momentan zwar viele Seiten spidert, dabei aber offensichtlich noch nicht so gezielt wie MajesticSEO vorgeht. Wer allerdings mit solchen Kapazitäten auffahren kann, sollte auch dies noch besser in den Griff kriegen und nach oben skalieren können.

Site Explorer

Der Site Explorer ist das Herzstück von Ahrefs und listet alle relevanten Backlinkdaten auf. Dabei kann man wählen ob die Backlinks auf Rootdomain, Subdomain oder Url Ebene erfolgen soll.

So sieht man sofort alle Eckdaten, die man so auf den ersten Blick als nützlich erachtet:

  • Anzahl Backlinks,
  • IP-Pop, Domain-Pop
  • Anzahl Gov oder Edu Links
  • Anzahl Nofollow Links

Der Graph zeigt, wie sich die Backlinks in den letzten Tage entwickelt haben. Hier zeigt sich, dass Ahrefs sehr aktuell ist und viele neue Backlinks unmittelbar auftauchen.

In der jeweiligen Tabelle werden dann die einzelnen Backlinks angezeigt. Dabei werden die Daten mit einem ALR– Ahrefs Link Rating bewertet. Auch der Typ des Links wird angezeigt. So erkennt man gleich, ob es sich um einen Text-, Imagelink oder um eine Weiterleitung handelt. Zudem kann man eine Auswertung der gecrawlten Seiten der ausgewerteten Domain abrufen, wo auch die internen und externen Links dargestellt werden.

SERPs Analytics

In der sogenannten SERPs Analytics kann man die Positionen einer Webseite ermitteln. Eine solche Funktionalität kennt man bisher nur aus den großen SEO Suiten. Als Datenbasis dienen insgesamt 50 Millionen Keywörter die bei Bing und Google gecrawlt werden um deren Positionen zu ermitteln. Alle 15 Tage hat Ahrefs die volle Datenbasis ermittelt und beginnt wieder von vorne. So kann man alle zwei Wochen mit brandaktuellen Daten für folgende Länder rechnen: Deutschland,USA, UK, Frankreich, Russland, Spanien, Italien, Australien und Brasilien.

Die Daten werden mit CPC, errechneten Kosten, Suchvolumen und einer eigenen Bewertung angereichert. Hier versucht Ahrefs auch gezielt einen Betrag zu errechnen was ein einzelner Treffer wert sein könnte. Neben den organischen Suchergebnissen werden auch die gebuchten Adwords Anzeigen aufgeführt.

Reports

Für seine eigene Domain kann man bei Ahrefs.com kostenlos Reports erstellen. Dazu hat man ähnlich wie bei den Google Webmaster Tools die Möglichkeit, seine Seite auf mehrere Arten zu verifizieren. Danach hat man Zugriff auf die gesamte Datenpalette.

In den Reports hat man mittels einem Dashboard einen guten Überblick über die wichtigsten Daten. Zusätzlich ist es möglich, auch auf Seiten- oder Subdomain-Ebene die Backlinks zu betrachten. In den Reports stehen im Großen und Ganzen die gleichen Filter-Möglichkeiten wie beim Site Explorer zur Verfügung. So kann man Backlinks nach TLD, Ländern, Linkzielen und Linktexten auswerten.

Labs

Unter Labs findert man die Funktionen, die bisher noch in kein Modul passen. So gibt es hier eine Übersicht über die Top-Million Webseiten mit Anzahl der Backlinks und IP-Pop. Hier soll es auch bald eine Möglichkeit geben, diese nach TLDs zu filtern. Dazu gibt es in der Rubrik einen Domainvergleich von bis zu 5 Domains. Dabei werden nicht nur die Backlink Daten verglichen, sondern es gibt auch einen netten Graphen der versucht Daten aus der SERPs Analytics aufzubereiten.

API und Export

Die meisten Tabellen und Übersichten kann man im CSV Format exportieren. Ein großer Vorteil ist , dass man bei jedem Paket Zugang zur API hat. Diese werden über Credits abgerechnet und können nachgekauft werden. Für 1$ erhält man umgerechnet 1000 API Units. Allerdings kosten 10 Backlinks eine API Unit oder vereinfacht gesagt 10000 Backlinks kosten 1 Dollar. Eine Abfrage nach IP Pop kostet aktuell 5 Units. Eine Api für die SERPs Analytics ist, wie mir die Entwickler versicherten, bereits fest eingeplant.

Die API wird immer mehr ausgebaut und bietet seit dem 22.12 deutlich mehr Funktionen. Allerdings gibt es noch eine Reihe von fehlenden Funktionen und Filtern. So kann man z.B. die Anzahl der Backlinks von einer Domain nicht begrenzen. Im „worst case“ kriegt man bei einer Abfrage von 100 Backlinks eben 100 Backlinks von der gleichen Domain.

Fazit

Ahrefs ist momentan noch nicht soweit, mit den ganz großen Anbietern mithalten zu können. Jedoch ist es wohl nicht als Backlink Datenbank zu sehen sondern mit den Features der SERPs Analytics schon eher als SEO Suite zu bezeichnen. Auch macht das Team auf mich einen sehr guten und kompetenten Eindruck. Betrachtet man die aktuelle Preispolitik, liegt Ahrefs im preisgünstigen Segment der Anbieter. Da man z.B. bei MajesticSEO die API erst ab dem knapp 300 Euro teuren Platinum Paket erhält, bei Ahrefs aber die API Units sofort genutzt werden können, ist es für kleine Agenturen oder eigene Tools durchaus ein Insider Tipp. Meiner Meinung nach sollte man Ahrefs auf jeden Fall im Auge behalten.

Ref-Link zur Ahrefs.com Webseite

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