Webanalyse Piwik 1.0 erschienen

Seit dem 29.August ist die Open Source Webanalysesoftware Piwik 1.0 freigegeben. Damit kann das selbsterklärte Konkurrenzprodukt zu Google Analytics problemlos produktiv eingesetzt werden. Wir wollen hier aus Webmaster- und SEO-Sicht die Stärken von Piwik erläutern, wobei sich einige Bereiche natürlich überschneiden.

Für den Webmaster:

Google Analytics ist ein mächtiges Werkzeug und bietet eine große Fülle an Funktionen. Gerade im Bereich Filter und Segmentierung hinkt  Piwik leider noch Google Analytics hinterher. Mit dem Update auf die Version 1.0  bietet Piwik nun jedoch die volle Funktionalität eines großen Trackingsystems. So können SEA Kampagnen und auch Affiliate Links und deren Conversions getrackt werden.

Der wohl größte Vorteil gegenüber Google Analytics ist, dass Piwil keine Datenschutzbestimmungen verletzt. Google war in den Medien in letzter Zeit mehrfach scharf kritisiert worden, da alle erhobenen Daten in den Besitz des us-amerikanischen Unternehmens übergehen. Aus diesem Grund schrecken viele Unternehmen davor zurück, ihren Webauftritt mit Google Analytics zu tracken.

Piwik kann man so konfigurieren, dass im System  die IPs verschlüsselt gespeichert werden. Das System  muss zusätzlich auf einem eigenen Webspace gehostet werden, dadurch wird aber sichergestellt, dass die Daten keinem Dritten zugänglich gemacht werden. Aus diesem Grund kann auf eine Erklärung bzgl. Datenweitergabe, wie das bei Google Analytics vorgegeben ist, verzichtet werden.

Klarer Vorteil der eigenen Datenhaltung ist ebenso die Anbindung an verschiedene Systeme zur Auswertung oder Archivierung. Da einem ja auch der Quellcode zur Verfügung steht, sind eigene Plugins oder Erweiterungen nach Belieben möglich. Obwohl man anmerken muss, dass Piwik durch seine professionelle Programmiertechnik wohl nicht für PHP Anfänger gedacht ist.

Aus Sicht des SEOs

Eine große Stärke von Piwik ist das Live-Plugin, an dem wir mitentwickelt haben. Hier sieht man in Echtzeit wie die Besucher sich auf der Webseite bewegen und welche Seiten Sie ansurfen. Damit kann man also direkt auf Ereignisse reagieren.
Wie oben bereits angesprochen, sind die Daten aus einer Datenbank auslesbar. Man kann daher Daten direkt oder anhand einer API auslesen und auswerten.Wir wollen aber hier mal eine Stärke von Piwik herausnehmen, die gerade für SEOs sehr interessant ist, die mehrere Webseiten ihr Eigen nennen. Wer ein externes Tool wie z.B. Google Analytics verwendet hinterläßt einen sog. Finger oder Footprint. Wer beispielsweise ein Linknetzwerk aufbauen möchte, und auf allen Seiten Google Analytics einsetzt um seine Seiten zu überwachen, kann leicht erkannt und ausgehebelt werden. Anhand des folgenden Beispiels sieht man recht schnell, welche Seiten denn zu einem Webmaster gehören. Fällt der Webmaster z.B. wegen übermäßigen Linkverkauf auf, könnte so schnell sein ganzes Netzwerk auffliegen.

Wir haben hier mal die Daten aus der Sistrix Toolbox entnommen, um eben so einen Footprint darzustellen.

Dieser Code ist auf folgenden Seiten eingebaut:

Da auf den Webseiten ebenso noch andere Werbemittel eingesetzt werden, kann hier schnell das gesamte Netzwerk erkannt werden.

Wenn die Sistrix Toolbox dies schon so detailiert darstellen kann, sollte es für Google noch leichter sein, solche Zusammenhänge zu erkennen. Mit einem kleinen Workaround für Piwik, kann man dies allerdings geschickt umgehen, dass man zumindest keinen Footerprint im Webanalyticsbereich im Quellcode hinterläßt.

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